Über uns

Die Ländergruppe Haiti von Amnesty International besteht seit Anfang 2003, Anfang des Jahres 2008 kam die Dominikanische Republik hinzu. Mit regelmäßigen Aktionen setzen wir uns für eine Verbesserung der Menschenrechtslage in Haiti und der Dominikanischen Republik ein. Wir führen öffentlichkeitswirksame Aktionen wie Informationsveranstaltungen, Diskussionsrunden und Lesungen durch, betreiben Presse- und Lobbyarbeit, betreuen Briefeilaktionen für Opfer von Menschenrechtsverletzungen (so genannte Urgent Actions) und unterstützen Einzelgruppen von Amnesty International in ihrer Arbeit. Als Ländergruppe sind wir das Bindeglied zwischen dem internationalen Sekretariat von Amnesty International in London und allen Amnesty-Gruppen, die in Deutschland zu Menschenrechtsverletzungen in Haiti und der Dominikanischen Republik arbeiten.

In der Ländergruppe für Haiti und die Dominikanische Republik von Amnesty International sind Neumitglieder immer herzlich willkommen. Um bei uns mitzumachen muss man nicht Spanisch oder Französisch sprechen oder in der Karibik gewesen sein, sondern man sollte Lust und Zeit haben, sich regelmäßig in seiner Freizeit für die Menschenrechte in Haiti oder der Dominikanischen Republik einzusetzen. Unsere Arbeit ist ein Hoffnungsschimmer für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen und ihre Familien. Sie ist auch ein Ausdruck von Solidarität mit Menschen, die sich ohne diese Arbeit nicht selten vergessen und isoliert fühlen würden. Durch den Druck auf die Verletzer von Menschenrechten kann die Situation der Betroffenen verbessert werden.

Bei Interesse an unserer Arbeit und für inhaltliche Fragen erreicht Ihr die Gruppensprecherin für Haiti, Katja Schmiederer, über info@amnesty-haiti.de

Wer ist Amnesty International?

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Am Anfang von Amnesty International steht ein Trinkspruch: Zwei portugiesische Studenten stoßen in einem Café in Lissabon auf die Freiheit an. Doch in den Sechzigerjahren herrscht in Portugal eine Diktatur, die keine Kritik duldet – die Erwähnung des Wortes „Freiheit“ ist verboten. Die zwei Studenten werden festgenommen und später zu sieben Jahren Haft verurteilt.

1.500 Kilometer entfernt fährt der 39-jährige Anwalt Peter Benenson im November 1960 mit der Londoner U-Bahn in seine Kanzlei, als er in der Zeitung eine Meldung über das Urteil gegen die beiden Portugiesen liest. Es ist nicht das erste Mal, dass er erfährt, dass Menschen wegen ihrer Gesinnung verfolgt und eingesperrt werden. Doch die Meldung aus Lissabon geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Benenson will nicht mehr länger über solches Unrecht lesen, er will etwas tun. Er weiß nur noch nicht, wie. Aufgewühlt läuft er durch die Straßen Londons. In der Kirche St. Martin in the Fields kommt ihm der Gedanke:

„Wenn eine einzelne Person protestiert, bewirkt das nur wenig, aber wenn es viele Leute gleichzeitig tun würden, könnte es einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.“

Am 28. Mai 1961 veröffentlicht er in der Zeitung „The Observer“ den Artikel „The Forgotten Prisoners“, der mit den Worten beginnt: „Schlagen Sie Ihre Zeitung an irgendeinem beliebigen Tag auf, und Sie werden eine Meldung aus irgendeinem Teil der Welt lesen: Ein Mensch ist eingekerkert, gefoltert, hingerichtet worden, weil seine Ansichten oder religiösen Überzeugungen nicht mit denen der Regierung übereinstimmen.“ Benenson fordert die Leserinnen und Leser auf, mit Appellschreiben öffentlichen Druck auf die Regierungen zu machen und von ihnen die Freilassung politischer Gefangener zu fordern. Dieser „Appeal for Amnesty“ ist der Beginn von Amnesty International.

Die Resonanz ist überwältigend. 30 große Zeitungen in verschiedenen Ländern drucken den Artikel nach. Allein in den ersten Wochen melden sich mehr als Tausend interessierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Im Juli 1961 wird beschlossen, die ursprünglich auf ein Jahr angelegte internationale Kampagne in eine feste Organisation zu verwandeln. Am Ende des Jahres gibt es Sektionen in West-Deutschland, Großbritannien, Irland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Schweden, Norwegen, Australien und den USA. Im September 1962 wird auf dem internationalen Treffen in Brügge endgültig der Name „Amnesty International“ für die noch junge Organisation festgelegt.

Heute ist Amnesty eine weltweite Bewegung, die in über 150 Ländern vertreten ist. Über sieben Millionen Mitglieder, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Aktivistinnen und Aktivisten setzen sich dafür ein, dass auch 50 Jahre nach Benensons Appell die politischen Gefangenen dieser Welt nicht vergessen werden.

22. Juni 2019