Armut und Missbrauch überwinden – Mädchen im häuslichen Dienstleistungssektor schützen

Die UN-Sonderberichterstatterin über zeitgenössische Formen der Sklaverei, Gulnara Shahinian, sprach nach ihrem Besuch in Haiti im Juni 2009 von einer „modernen Form von Sklaverei“: In Haiti werden Hunderttausende von Kindern aus zumeist mittellosen Familien als „Hausangestellte “ verkauft.

Die Mehrheit der Kinder sind Mädchen. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF hat 2007 geschätzt, dass allein 100.000 Mädchen zwischen sechs und 17 Jahren als Hausmädchen arbeiteten. Diese Kinder werden kaum oder gar nicht entlohnt und oft Opfer von Misshandlungen und sexueller Gewalt.

Amnesty International hat heute eine Kampagne begonnen, mit der die Regierung Haitis dazu gebracht werden soll, Kinderschutzmaßnahmen in Kraft zu setzen.

Die haitanischen Gesetze schützen Kinder bisher nur unzureichend, und existierende Institutionen wie das Institut für Wohlfahrt und Forschung oder der Nationale Plan zum Schutz verletzlicher Kinder des Sozialministeriums, in Kraft seit 2007, bewirken in der Praxis keine Verbesserung.

Ressourcenmangel ist hier ein wesentliches Hindernis.

Amnesty fordert von der haitanischen Regierung, den Schutz von Kindern in Gesetz und Praxis dringend zu verbessern. Die internationale Gemeinschaft ist aufgefordert, Haiti hierbei zu unterstützen.

Der Kurzbericht Overcoming Poverty and Abuse – Protecting Girls in Domestic Service kann im Downloadbereich im englischen Original und in einer inoffiziellen deutschen Übersetzung heruntergeladen werden.Dort finden Sie auch eine englische Petitionsliste.

Auf der Homepage der deutschen Sektion von Amnesty finden Sie über hier eine Onlinepetition.