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'Nirgendwo hinzugehen': Zwangsräumungen in Haitis Camps

Jenny Schöberlein  (23.04.2013, 20.00 Uhr)

Heute veröffentliche Amnesty International den Bericht 'Nowhere to go': Forced Evictions in Haiti's Displacement Camps zur Lage der Binnenflüchtlinge nach dem Erdbeben und dem Problem andauernder Zwangsräumungen.

Auf der internationalen Homepage von Amnesty International findet Ihr dazu den Artikel Haiti: Forced evictions worsen the already dire lot of earthquake homeless, dort findet sich ebenso ein Link zur englischen und französischen Version des Berichtes.

Wir stellen sobald wie möglich auch einige Informationen auf deutsch zur Verfügung.




Eilaktion: Drohende Zwangsräumung, Inhaftierung und Tod in Polizeigewahrsam

Jenny Schöberlein  (18.04.2013, 20.00 Uhr)

UA 098/2013

Ein Mann, der geltend macht, einen Teil des Grundstücks zu besitzen, auf dem sich das Lager "Acra et Adoquin Delmas 33" befindet, kam am 13. April zusammen mit einem Friedensrichter und etwa fünf PolizeibeamtInnen in das Notlager. Er kündigte den LagerbewohnerInnen in der Gemeinde Delmas der Hauptstadt Port-au-Prince an, dass sie das Lager verlassen müssten und er sie mit allen erforderlichen Mitteln vertreiben würde.

Als er Schüsse in die Luft abfeuerte, begannen einige BewohnerInnen Steine zu werfen, woraufhin er den PolizeibeamtInnen anordnete, zwei von ihnen festzunehmen. Ihnen wurden Handschellen angelegt, doch gelang es den anderen BewohnerInnen bald, die Freilassung der beiden Personen zu erreichen. Zwei Tage später gegen 2 Uhr morgens setzte eine Gruppe von Männern auf Motorrädern sieben Zelte in Brand mit dem Ziel, das Lager niederzubrennen. Den BewohnerInnen gelang es jedoch, die Feuer zu löschen, und niemand wurde verletzt. Einige BewohnerInnen baten um polizeiliche Unterstützung bei der weniger als 100 Meter entfernten Polizeistation in Delmas 33. Doch die Polizei erklärte, sie habe keine Mittel, dieser Bitte nachzukommen.

Aus Protest gegen den Brandanschlag und die Gleichgültigkeit der Polizei, blockierten viele der BewohnerInnen die Straße zwischen dem Lager und der Polizeistation. Laut Augenzeugen verhaftete die Polizei der Polizeistation Delmas 33 zwei der Demonstrierenden und schlug einen der beiden, Civil Merius, so brutal zusammen, dass er in Polizeigewahrsam den Folgen seiner Verletzungen erlag. Der andere Festgenommene, Darlin Lexima, wurde am nächsten Tag ohne Anklage freigelassen und erzählte Amnesty International VertreterInnen in Haiti, dass er in Polizeigewahrsam geschlagen wurde.

Den LagerbewohnerInnen zufolge beheimatet das Lager etwa 5.000 Familien, insgesamt ca.32.000 Menschen. Nur etwa 100 Familien leben auf dem Grundstück, das vom vermeintlichen Landbesitzer beansprucht wird, doch der Brandanschlag hat bei allen BewohnerInnen die Angst ausgelöst, mit Gewalt vertrieben zu werden.

Eine deutsche Version der Eilaktion. mit der Forderung keine rechtswidrigen Vertreibungen durchzuführen und den Tod von Civil Merius in Polizeigewahrsam zu untersuchen, findet Ihr hier

Vielen Dank für Euer Engagement!




Eilaktion: Drohende Zwangsräumungen

Jenny Schöberlein  (22.03.2013, 20.00 Uhr)

Hunderten Familien, die bei dem Erdbeben 2010 ihr Zuhause verloren hatten, droht unmittelbar die Vertreibung aus einem Notlager in Carrefour in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince. Amnesty International befürchtet, dass sie durch die Zwangsräumung erneut obdachlos werden.

Rund 650 im Flüchtlingslager "Gaston Magwon" in Carrefour in Port-au-Prince lebenden Familien droht derzeit die Zwangsräumung. Am 15. Februar hatten PolizeibeamtInnen und eine Gruppe mit Macheten und Messern bewaffneter Männer in Begleitung eines örtlichen Friedensrichters bereits 150 Familien aus dem Lager vertrieben. Die bewaffneten Männer begannen, die Unterkünfte der Familien zu zerstören, obwohl sich noch Menschen darin befanden, und griffen Personen an, die versuchten, sie aufzuhalten. Zudem gab die Polizei Schüsse in die Luft ab, um die Familien einzuschüchtern. Unter anderem zerstörten bewaffnete Männer und PolizistInnen eine Unterkunft, in der sich ein Kind befand, das dabei offenbar verletzt wurde. Des Weiteren sollen die Männer gedroht haben, das gesamte Lager niederzubrennen und die Kinder der Familien zu töten, die sich widersetzten.


Auf der Homepage der deutschen Sektion von Amnesty International findet Ihr eine deutsche Version der Eilaktion, die auch online abschickbar ist.

Vielen Dank für Euer Engagement!




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