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Videoclip zu Gewalt gegen Frauen in Haiti

Jenny Schöberlein  (07.01.2011, 20.00 Uhr)

Gestern veröffentlichte Amnesty International den Bericht "Afterschocks: Women speak out against sexual violence in Haitis camps", in dem Frauen zu Wort kommen, die in Haitis Camps Opfer von Vergewaltigungen und anderen Formen sexueller Gewalt wurden.

Ihr findet den Bericht auf englisch und deutsch in unserem Downloadbereich.

Zu dem Bericht wurde von Amnesty International auch folgender Videoclip veröffentlicht:




Neuer Haiti Newsletter

Jenny Schöberlein  (28.11.2010, 19.00 Uhr)

Im Download-Bereich findet Ihr unseren neuen Haiti-Newsletter für die zweite Jahreshälfte 2010.

Seit Mai hat sich in Haiti nur Weniges verbessert und Einiges verschlechtert. Unsere Menschenrechtsbedenken bezüglich geschlechterbasierter Gewalt, Straflosigkeit sowie wirtschaftlicher und sozialer Rechte haben sich daher seit Mai nur unwesentlich verändert.

Aus dem Inhalt des Mailings:

  • I.„Ein täglicher Kampf ums Überleben in Haiti“: Ein Artikel zur Lage in den Camps mit einem Fokus auf geschlechterbasierter Gewalt. Das Original erschien auf Englisch im Online-Magazin von Amnesty International „The Wire“.
  • II. „Verlassen und betrogen – warum sich Haitis Binnenflüchtlinge vom Staat vernachlässigt fühlen“: Ein Artikel von Chiara Liguori, Karibik Researcherin von Amnesty International, über das wachsende Misstrauen in den Staat und welche Folgen dieses für die Menschenrechtslage und unsere Arbeit hat. Das Original erschien auf Englisch im Blog von Amnesty International.
  • III. Presse: Eine Auswahl an Presseartikeln, die wir für lesenswert halten. Für ausführlichere Informationen verweisen wir wie immer auf den Pressespiegel unserer Homepage.
  • IV.Teil vier ist eine Neuerung: „Die Lage der Menschenrechte in der Dominikanischen Republik“: Wie im letzten Newsletter erwähnt, ist unsere Ländergruppe nun auch für die Dominikanische Republik zuständig. Da wir für Haitis Nachbarn noch kein eigenes Mailing haben, findet Ihr die Informationen vorerst hier.

Viel Spaß beim lesen!




Die Wahlen im November

Jenny Schöberlein  (28.10.2010, 14.00 Uhr)

Neuer Bericht der International Crisis Group: "Haiti: The Stakes of the Post-Quake Elections"

In einem Monat, am 28. November 2010, wählt Haiti einen neuen Präsidenten und einen Teil des Parlaments. Die Regierung, die aus diesen Wahlen hervorgeht, wird vor der schwierigen Aufgabe stehen, mit den Konsequenzen der vielleicht größten Naturkatastrophe der westlichen Hemisphäre umzugehen und den Wiederaufbau zu organisieren.

Doch das Erdbeben vom 12. Januar hat die ohnehin hohen Hürden zu freien und fairen Wahlen in Haiti (niedrige Wahlbeteiligung, Verdacht des Wahlbetrugs, Gewaltausbrüche während des Wahlkampfes) noch verstärkt. Die aktuelle Cholera-Epidemie erschwert die Situation zusätzlich. So beschreibt es der gestern erschienene Bericht „Haiti: The Stakes of the Post-Quake Elections“ von International Crisis Group (ICG).

Um das immense Unterfangen eines erfolgreichen, nicht nur infrastrukturellen, Wiederaufbaus zu bewerkstelligen, braucht die neue Regierung Legitimität. Und um diese zu garantieren bedarf es Transparenz, Sicherheit und einer angemessenen Wahlbeteiligung, was ohne die Unterstützung der UN, regionaler Organisationen und der größten Geber USA, Kanada, EU und Brasilien nicht möglich sein wird.

Diese Aufgabe wäre selbst dann schwierig gewesen, hätte das Erdbeben nicht weite Teile der Infrastruktur zerstört und 1,5 Millionen Menschen zu Binnenflüchtlingen gemacht.

So wird es laut ICG, auch mit internationaler Hilfe, schwierig für die Parteien und Kandidaten werden, 4,5 Millionen Menschen zum Wählen zu mobilisieren. Viele von ihnen haben während des Erdbebens ihre Papiere verloren und viele von ihnen sind unter den Binnenflüchtlingen, die in vorübergehenden, unsicheren Camps leben.

Der Wiederaufbau und die Nothilfe gehen nur langsam voran und die Geberländer sind noch viele Zusagen schuldig geblieben. Außerdem wurden die wenigen Erfolge, die erreicht wurden, den Opfern nur unzureichend kommuniziert, so der Bericht weiter. In der Konsequenz blickten viele Haitianer nur mit wenig Vertrauen und Zuversicht in die Zukunft.

Eine Tatsache, die laut ICG die Gefahr sozialer Unruhen erhöhe.

Auch wenn die Präsenz der UN Truppen größere Unruhen und direkte Angriffe auf die Wahlen wohl verhindern werden, seien Gewaltverbrechen, einschließlich Entführungen, in den letzten Monaten angestiegen. Nicht zuletzt, da etliche Bandenmitglieder während des Erdbebens und des folgenden Chaos aus den Gefängnissen geflohen sind. Die Angst vor Gewalt gegen Kandidaten und Wahlkampfkampagnen sei in Teilen des Landes deutlich spürbar.

Um Vertrauen in den Wahlprozess herzustellen, stellt International Crisis Group einige Forderungen auf, die in der kurzen Zeit bis zur Wahl angegangen werden müssen:

  • Die Arbeit des provisorischen Wahlrates (Conseil Electoral Provisoire, CEP) müsse offener und den Parteien und Wählern besser erklärt werden.
  • Die Parteien müssten sich zu einem friedlichen Wahlkampf verpflichten und dazu, die schlussendlichen Ergebnisse zu akzeptieren.
  • Die Parteien, ebenso wie die Kandidaten, müssten Wahlkampfthemen und Ziele artikulieren, welche die nationalen Probleme angehen.
  • Um die Wahlbeteiligung anzuheben, müssten Bildungs- und Aufklärungskampagnen über den Wahlprozess und die Wichtigkeit der Wahlen intensiviert werden, besonders unter den Binnenflüchtlingen.
  • Die Regierung und die internationalen Partner müssten in weit größerem Maß als bisher geplant Wahlbeobachter entsenden.
  • Und schlussendlich müsse natürlich ein Klima der Sicherheit geschaffen und aufrechterhalten werden.
  • Wenn die Wahlen dann vorbei sind, müsse neben den Prioritäten von Wiederaufbau und nachhaltiger Entwicklung auch ein nationaler Konsens zur Wahl- und Parteienreform erreicht werden. Dafür werden finanzielle und technische Unterstützung notwendig sein.

Doch zunächst sei ein erfolgreiches Abhalten der Wahlen im November der dringlichste Punkt auf der Agenda.

Wiederaufbau und politische Stabilität bestärken sich gegenseitig, doch ein Scheitern des einen untergräbt somit auch das andere.

Haitis Bevölkerung muss in den nächsten Monaten deutliche Schritte nach Vorne sehen. Alle Bürger müssen die Möglichkeit haben zur Wahl zu gehen, sie müssen wissen, dass ihre Stimmen gezählt werden und sie müssen das Gefühl haben, dass die neue Regierung einen Wiederaufbau voran treibt, der ihr Leben und das ihrer Familien in Zukunft verbessert.

Wenn die Wahlen an diesen Fronten scheitern, sei es laut ICG wahrscheinlich, dass die Sicherheit darunter leiden wird, dass die wirtschaftlich notwendigen Investitionen ausbleiben und sich die humanitäre Krise verstärkt.

Die Regierung, die politischen Parteien und die internationale Gemeinschaft sollten alles in ihrer Macht stehende tun, damit ein solches Szenario nicht eintritt.


Den kompletten ca. 30 seitigen Bericht könnt ihr hier auf englisch herunterladen.

Viel Spaß beim lesen!




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