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Video: Menschenhandel mit Kindern in Haiti

Jenny Schöberlein  (24.02.2011, 21.00 Uhr)

Die englische Zeitung The Telegraph veröffentlichte vor einigen Tagen einen Artikel und ein Video zum Problem des Menschenhandels mit Kindern in Haiti.

Dieses Problem, das bereits vor dem Erdbeben bestand, hat im letzten Jahr angesichts der prekären humanitären und unsicheren politischen Lage massiv zugenommen.

Einige Eltern sehen sich aufgrund ihrer Armut gezwungen, ihre Kinder gegen Geld zur Arbeit in fremde Haushalte zu geben, andere werden von Menschenhändlern dazu gedrängt, ihre Kinder gegen Geld illegal für ausländische Adoptionen frei zu geben. Wieder andere Kinder werden von Personen, die sich als NGO Mitarbeiter oder Verwandte ausgeben, entführt und enden bei fremden Familien im Ausland und in Haiti oder werden in der Dominikanischen Republik zur Prostitution gezwungen.

So berichtet es Françoise Moise, ein Mitarbeiter der haitianischen Brigade zum Schutz von Minderjährigen (Brigade de Protection des Mineurs (BPM)), der Zeitung. BPM wird von UNICEF finanziell unterstützt und arbeitet eng mit der haitianischen Polizei zusammen. Die Mitarbeiter patrouillieren in den Camps, registrieren die dort lebenden Kinder und kontrollieren Busse, die die Grenze in die Dominikanische Republik passieren.

Einer Sprecherin von UNICEF zufolge, wissen wohl meinende Eltern in den USA oder Europa oft nicht, dass Kinder entführt, oder von ihren Eltern in den Camps verkauft wurden.

Es wird geschätzt, dass vor dem Erdbeben jährlich 2.000 Kinder in Haiti Opfer von Entführungen und Menschenhandel wurden.

Dem Artikel zufolge wurden bis heute 35 Personen im Zusammenhang mit Entführungen verhaftet, doch aufgrund der gegenwärtig schwierigen politischen Lage, gibt es keine durchsetzungsfähige Rechtsgrundlage, aufgrund derer gegen den Menschenhandel mit Kindern effektiv vorgegangen werden könnte.

Den Artikel des Telegraph und das Video findet ihr hier.





Opfer von Menschenrechtsverletzungen unter Duvalier kommen zu Wort

Jenny Schöberlein  (07.02.2011, 22.00 Uhr)

25 Jahre nachdem Jean-Claude Duvalier zum Rückzug von der Macht und aus Haiti gedrängt wurde, warten noch immer zahlreiche seiner mutmaßlichen Opfer auf Gerechtigkeit.

Anlässlich des 25. Jahrestages seiner Flucht aus Haiti am 7. Februar 1986, veröffentlichte Amnesty International heute einen Videoclip mit Zeugenaussagen von Opfern von Menschenrechtsverletzungen, die während der späten 70er und frühen 80er Jahre unter Duvalier begangen wurden.

Das Video beinhaltet Gesprächsprotokolle, die Amnesty International 1985 gesammelt hat, als Duvalier noch an der Macht war.

In dem Video kommt Yves Médard zu Wort, der 1983 willkürlich verhaftet wurde, ebenso Evans Paul, der 1980 verhaftet und gefoltert wurde, Mark Roumain, der unrechtmäßig für drei Jahre inhaftiert war und Sylvio Claude, mehrmals willkürlich festgenommen und misshandelt.

„Die Tatsache, dass Haiti tatsächlich Menschenrechtsverletzungen untersucht, die während der Herrschaft Duvaliers begangen wurden, ist ein großer Schritt nach vorne“, sagte Gerardo Ducos, Haiti Experte von Amnesty International. „Es ist jedoch unbedingt erforderlich, dass die Behörden den Moment nutzen um einen zügigen und fairen Prozess einzuleiten – die Opfer haben nicht weniger verdient“.

Das Video verdeutlicht die menschenunwürdigen Bedingungen, die im Gefängnis Casernes Deassalines während der Herrschaft Duvaliers herrschten. Es dokumentiert Fälle von Folter und vom Versagen des Justizsystems – aber auch davon wie man, manchmal „nur“ mit einem Brief, etwas gegen gravierende Menschenrechtsverletzungen tun kann.





Haiti will Menschenrechtsverletzungen während der Herrschaft Jean-Claude Duvaliers untersuchen

Jenny Schöberlein  (21.01.2011, 20.30 Uhr)

Pressemitteilung vom 21. Januar 2011

©Demotix/Jean Jacques Augustin

Die haitianischen Behörden bestätigten gegenüber Amnesty International, dass sie Untersuchungen hinsichtlich der Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Gang setzen werden, die während der Herrschaft von Jean-Claude Duvalier in den 1970ern und 1980ern begangen wurden.

Amnesty Internationals Haiti Researcher Gerardo Ducos hat sich gestern mit dem haitianischen Staatsanwalt Harycidas Auguste und dem Justizminister Paul Denis getroffen, um über die Notwendigkeit zu sprechen, Missbräuche zu untersuchen die während Duvaliers Jahren an der Macht begangen wurden. Ducos überreichte über 100 Dokumente, die im Detail dutzende von Fällen von Inhaftierungen ohne Gerichtsverfahren, systematischer Folter, gewaltsamen Verschwindenlassens und extralegaler Hinrichtungen dokumentieren, die sich zwischen 1971 und 1986 in Haiti ereigneten.

©Demotix/Jean Jacques Augustin

„Ermittlungen gegen Jean Claude Duvalier wegen Menschenrechtsverletzungen, die während seiner Amtszeit begangen wurden, sind ein riesiger Schritt nach vorne“, sagte Gerardo Ducos. „Was wir jetzt sehen müssen, ist ein zügiger und unabhängiger Prozess, gemäß internationalen Standards, der denjenigen, die bereits zu lange gewartet haben, wirklich Gerechtigkeit verschafft“.

„Folter, gewaltsames Verschwindenlassen und extralegale Hinrichtungen sind Verbrechen nach internationalem Recht und verjähren nicht. Gerechtigkeit muss walten, wenn Haiti nach vorne blicken will“, sagte Gerardo Ducos.

Amnesty International rief die haitianischen Behörden außerdem dazu auf sicherzustellen, dass alle Opfer und Überlebenden von Verbrechen, die während Duvaliers Herrschaft begangen wurden – einschließlich derer die außerhalb Haitis leben – die Chance bekommen, in dem Prozess auszusagen oder Beweise vorzulegen. „Wir rufen außerdem die UN dazu auf, den haitianischen Behörden technische Unterstützung zu gewährleisten um sicherzustellen, dass das Verfahren gegen Jean-Claude Duvalier die Erwartungen der Haitianer und der internationalen Gemeinschaft erfüllt“, sagte Gerardo Ducos.

Um die Menschenrechtsverletzungen, die sich während des Regimes Duvalier ereigneten publik zu machen hat Amnesty International all seine Unterlagen, Berichte und Forschungsergebnisse zu Haiti aus den 70ern und 80ern im Internet veröffentlicht. Sie können hiereingesehen werden.





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