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Weder Sicherheit noch Grundversorgung nach Zwangsumsiedlung

Jenny Schöberlein  (01.08.2011, 17.17 Uhr)

EILAKTION: 26. Juli 2011

Nach der rechtswidrigen Zwangsräumung eines provisorischen Lagers in der haitianischen Hauptstadt Port-­au-­Prince (wir berichteten) wurden zahlreiche Familien auf ein Grundstück umgesiedelt, wo weder grundlegende Sanitärversorgung noch Sicherheit gewährleistet werden.

103 Familien wurden auf eine kleine Fläche Sumpfland in der Region Bicentenaire umgesiedelt.

Das Gelände verfügt weder über Strom noch fließendes Wasser. Die Unterkünfte müssen zudem erst errichtet werden und es gibt keine ausreichenden Toiletten.

Amnesty International richtete sich daher mit einer weiteren Eilaktion an die haitianischen Behörden und fordert diese dazu auf, dass ein Mindestmaß an Sicherheit und Hygienestandards für die in das Lager Bicentenaire umgesiedelten Familien sichergestellt wird und dass die Verantwortlichen ihrer Verpflichtung nachkommen, angemessene Alternativunterkünfte für alle vertriebenen Familien sicherzustellen.

Außerdem werden die haitianischen Verantwortlichen dazu aufgefordert, die Präventivmaßnahmen der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte umzusetzen, die ein Moratorium für alle Zwangsräumungen von Flüchtlingslagern fordert sowie die Unterbringung aller rechtswidrig Vertriebenen an Orten, die die grundlegenden Anforderungen an Hygiene-­ und Sicherheitsvoraussetzungen erfüllen.

Eine deutsche Version der Eilaktion sowie eine französische Briefvorlage findet Ihr im Downloadbereich unserer Homepage.

Vielen Dank für Euer Engagement!





Hunderte haitianischer Familien gewaltsam aus Camp vertrieben

Jenny Schöberlein  (22.07.2011, 20.00 Uhr)

Etwa 500 haitianische Familien wurden gewaltsam aus einem behelfsmäßigen Camp im Zentrum von Port-au-Prince vertrieben und sind nun zum dritten mal seit dem verheerenden Erdbeben vom Januar 2010 ohne Unterkunft.

Die Räumungen begannen letzte Woche in der Gegend um das Sylvio Cator Stadion im Zentrum der Hauptstadt.

Angeblich zahlten die städtischen Behörden den Familien 250 US$ für einen Umzug, setzten sie aber über die anstehenden Zwangsräumungen nicht rechtzeitig in Kenntnis und stellten keine alternative Unterkunft zur Verfügung.

„Indem Familien zum dritten mal seit dem Erdbeben auf die Straße gesetzt wurden, missachten die haitianischen Behörden ihr Recht auf einen adäquaten Lebensstandard und eine zumindest grundlegende Unterkunft”, so Javier Zuñiga von Amnesty International.

Etwa 7.000 Menschen hatten unmittelbar nach dem Erdbeben im Sylvio Cator Stadion Zuflucht gesucht. Im April 2010 wurde das Stadion selbst gewaltsam geräumt, woraufhin einige hundert Familien in der Nähe ein behelfsmäßiges Camp errichteten.

Es ist eins der sechs „sichtbarsten“ Flüchtlingslager, deren Schließung der haitianische Präsident Michel Martelly angekündigt hat.

Der Bürgermeister von Port-au-Prince, Jean Yves Jason, besuchte das Lager Berichten zufolge am 12. Juli und informierte die Anwohner darüber, dass sie das Camp binnen dreier Tage zu verlassen hätten, ansonsten drohe ihnen die Zwangsräumung.

Der Bürgermeister kehrte am 15. Juli mit der Polizei zurück und began mit der Zwangsräumung.

Die städtischen Behörden hatten ein kleines Areal Sumpfgebiet in der Nähe zur Umsiedlung der Anwohner vorgesehen, welches jedoch nur Platz für etwa 100 Familien bietet. Es ist unklar wohin die restlichen Familien gegangen sind.

Mehr als 600.000 Menschen leben noch immer unter unsicheren Bedingungen in Zeltlagern. Einem Bericht der International Organization for Migration aus dem März zufolge, sind bis zu 160.000 von ihnen dem Risiko einer gewaltsamen Räumung ausgesetzt.

Im November 2010 rief die Interamerikanische Menschenrechtskommission die haitianischen Behörden dazu auf, ein Moratorium auf alle Räumungen auszurufen und riet an, im Falle von Vertreibungen alternative Unterkünfte mit mindestens einem Minimum an sanitärer Grundversorgung und einem Mindestmaß an Sicherheit zur Verfügung zu stellen.

„Achtzehn Monate nach dem verheerenden Erdbeben sind die Lebensbedingungen in den meisten Camps nach wie vor fatal“, so Javier Zuñiga.

„Wenn Haitis Wiederaufbaubemühungen erfolgreich verlaufen sollen, muss sehr viel mehr getan werden, um den Bau von Unterkünften voran zu treiben und grundlegende Dienstleistungen wiederherzustellen, um denjenigen, die noch immer in den Camps leben, ein Leben in Würde zu ermöglichen“, so Zuñiga weiter.

Die vollständige Pressemitteilung findet Ihr im englischen Original auf der internationalen Homepage von Amnesty International.





Fotoband über das Leben in den haitianischen Zelt-Camps

Julia Borst  (19.07.2011, 08.40 Uhr)

Tent Life: Haiti ist ein Fotoband mit Photographien, die nach dem Erdbeben in Haiti von Wyatt Gallery aufgenommen wurden. Gallery besuchte Haiti mit sieben anderen Künstlern aus New York, um Haitianer zu fotographieren und zu filmen und über ihre Geschichte zu berichten. Die Fotos zeigen das Schicksal von den zahlreichen Haitianern, die derzeit gezwungen sind, in provisorischen Zeltstädten zu leben, und legen Zeugnis davon ab, dass der Kampf um den Wiederaufbau gerade erst begonnen hat.
Für genauere Informationen siehe die Homepage des Bildbands.



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